Motto

Unter dem Motto „VIELFALT FEIERN“ laden dieses Jahr alle queeren Gruppen in Aachen gemeinsam dazu ein eine offene Gesellschaft zu feiern.

Wir lesbischen, schwulen, bisexuellen, transsexuellen, transgender, intersexuellen und queeren Bürger dieser Stadt stehen für eine bunte, freie und vielfältige Gesellschaft. Diese Gesellschaft möchten wir mit allen Bürgern dieser Stadt gemeinsamen feiern. Auf dem CSD-Straßenfest stellen sich die queeren Projekte und Angebote in dieser Stadt vor und laden zum Gespräch ein. Wir freuen uns auf den gegenseitigen Austausch – von Anschauungen und Perspektiven, aber auch von Ängsten und Emotionen. Empathie ist die Voraussetzung, um die Haltung Anderer verstehen und respektieren zu können. Sie bildet auch die Voraussetzung, uns selbst verstehen und hinterfragen zu können.

Dies ist ein Anliegen, das sich an die gesamte Gesellschaft richtet. Es geht also in erster Linie nicht um die laute, polternde Minderheit, die Homosexualität am liebsten wieder ächten möchte. Es geht auch nicht um die, die jede gesellschaftliche Diskussion durch Überkorrektheit abwürgen wollen. Vielmehr gilt es, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, die aufgrund von Fake-News, Klischee-Bemühungen und Wortmeldungen verunsichert sind.

Die Diskriminierung von lesbischen, schwulen, bisexuellen, transsexuellen, transgender, intersexuellen und queeren Menschen ist weiterhin bitterer Alltag. Neben gesetzlichen Ungleichheiten äußert sich die alltägliche Diskriminierung einerseits (bei "den Anderen") durch scheele Blicke, Ausgrenzung, lächerlich machen, dem Bemühen von Klischees und Vorurteilen bis hin zu Hass und körperlicher oder seelischer Gewalt. Andererseits (bei einem selbst) schränken Verstecken, Verleugnen, Isolieren oder Verunsicherung und Angst das Leben nicht weniger Menschen immer noch gravierend ein.

Die vollständige rechtliche und gesellschaftliche Gleichstellung wird lesbischen, schwulen, bisexuellen, transsexuellen, transgender und intersexuellen Menschen immer noch verwehrt. Die Gründe sind vielschichtig und werden – je nach Partei, Institution oder Person – mal offen, mal versteckt unterschiedlich benannt: Grundgesetz, Schutz von Ehe und Familie, Parteiräson, Glaube, Tradition, Angst, Vorurteile, Klischees. Es mag bei all den Fortschritten der letzten Jahre verwundern, aber Diskriminierungen, Homo- und Transphobie sind weiterhin Fakt und Realität. In anderen Ländern, aber eben auch in Deutschland.

Hitzige Diskussionen um die Sichtbarkeit von Vielfalt in Bildungs- und Aktionsplänen, erbitterte Widerstände gegen konkrete Maßnahmen zum Abbau von Diskriminierungen oder das Verweigern weiterer Schritte zur konsequenten Gleichberechtigung zeigen, wie notwendig eine fundierte, realitätsnahe Aufklärung ist. Mit gezielten Desinformationen, überholten Klischees, falschen Zusammenhängen und populistischer Stimmungsmache sowie einer Verkürzung von gleichgeschlechtlichen Lebensweisen auf reine Sexualität wird wieder stärker versucht, Homophobie salonfähig zu machen und gleiche Rechte zu verhindern.